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Projektübersicht

»ResiBil« ist ein Projekt der Europäischen Union im Rahmen des sächsisch-tschechischen Kooperationsprogrammes zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit und wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), dem Tschechischen Geologischen Dienst und dem Wasserforschungsinstitut T.G. Masaryk. Das Untersuchungsgebiet umfasst den Ostteil des sächsisch-tschechischen Grenzraumes.

Projektziele

  • Erstellung langfristiger Strategien zur grenzüberschreitenden Bewirtschaftung der Grundwasserressourcen
  • Ressourcenbilanzierung und Resilienzbewertung des Grundwassers für die Fokusgebiete
  • Ableitung zuverlässiger Aussagen zu Grundwasserdargeboten, deren Sensitivität gegenüber Klimawandel, ihren Nutzungsmöglichkeiten und Anpassungsmaßnahmen hinsichtlich eines sich verändernden Landschaftswasserhaushaltes
  • Ableitung von Anpassungsstrategien und Handlungsoptionen

Fakten und Wissenswertes

ResiBil - Wasserressourcenbilanzierung und -resilienzbewertung im Ostteil des sächsisch-tschechischen Grenzraumes
EU-Programm INTERREG V A »SN CZ 2014-2020. Ahoj sousede. Hallo Nachbar.« Kooperationsprogramm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik
Projektlaufzeit 07/2016 bis 06/2019
Projektpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Tschechischer Geologischer Dienst, Prag

Wasserforschungsinstitut T.G. Masaryk, Prag

Gesamtbudget 2,5 Millionen Euro

 

Das Projekt »ResiBil« baut auf den Erkenntnissen des Vorläufer­projektes »GRACE« auf, dessen Ergebnisse weitergeführt und durch neue fachliche Aspekte erweitert werden sollen. Das Wasserforschungsinstitut VUV übernahm dabei die Rolle des Lead Partners und das LfULG fungierte als Projektpartner.

»GRACE« lieferte bereits erste Erkenntnisse zum Hintergrund des seit den 1990er Jahren beobachteten Rückganges der Grund­wasserstände im Bereich Kirnitzschtal und Zittauer Gebirge. Untersuchungen ergaben, dass sowohl klimatische Einflüsse durch niederschlagsarme Jahre als auch anthropogene Einflüsse durch Grundwasserentnahmen als Ursachen gelten.

Als Ergebnis wurden gemeinsame Strategien unter Einbeziehung der Öffentlichkeit entwickelt, um die nachhaltige Nutzung und den Schutz der Grundwasserressource in den Untersuchungsgebieten zu gewährleisten.

Hier geht's zur Website von GRACE

A

Abfluss Sich unter dem Einfluss der Schwerkraft auf und unter der Landoberfläche bewegendes Wasser
Altpaläozoikum Frühes Paläozoikum (Erdzeitalter; keine feste Definition, meist Kambrium bis Devon, teils Unterkarbon)
Artesisch gespannt Eigenschaft eines Grundwasserleiters, charakterisiert durch eine Grundwasserdruckfläche, welche oberhalb der Erdoberfläche liegt

 

D

Direktabfluss Summe aus Oberflächenabfluss und Zwischenabfluss

 

E

Ensemble Sammlung von Klimasimulationen, basierend auf variierenden Randbedingungen und Modellparametern. Dient der Erstellung einer Bandbreite an Ergebnissen, mit welchen das Spektrum der möglichen Entwicklungen abgebildet wird

 

G

Granodiorit Magmatisches Tiefengestein zwischen Granit und Diorit
Grundwassergeringleiter Gesteinskörper, der nur gering wasserdurchlässig ist
Grundwasserleiter Gesteinskörper mit Hohlräumen, der geeignet ist, um unterirdisches Wasser (Grundwasser) weiterzuleiten
Grundwasserneubildung Durch Versickerung von Niederschlägen oder auch aus oberirdischen Gewässern neu entstehendes Grundwasser
Grundwassernichtleiter Gesteinskörper, der Grundwasser leitende Schichten begrenzt und selbst nahezu wasserundurchlässig ist

 

K

Klimaprojektion Simulierte Reaktion des Klimasystems auf die zukünftige Entwicklung von Emission oder Konzentration klimarelevanter Treibhausgase und Aerosole in der Atmosphäre
KliWES Kooperationsprojekt des LfULG, der TU Dresden und der DHI WASY GmbH, welches die Auswirkungen der prognostizierten Klimaänderungen auf den Wasser- und Stoffhaushalt in den Einzugsgebieten der sächsischen Gewässer untersucht

 

L

Lausitzer Überschiebung Geologische Störungszone; trennt als Verwerfung den Lausitzer Granit von den südlich anstehenden Kreide-Sandsteinen Nord-Böhmens

 

M

Mächtigkeit geologisch: Vertikale Dicke einer Gesteinsschicht
hydrologisch: lotrechter Abstand zwischen Grundwassersohle und Grundwasseroberfläche

 

N

Numerisches Modell Numerische Modelle dienen der computergestützten Lösung mathematischer Gleichungssysteme; ein Modell ist eine vereinfachte Abbildung der Wirklichkeit

 

O

Oberflächenabfluss Teil des Abflusses, der dem Vorfluter als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis (z.B. Niederschlag) über die Bodenoberfläche unmittelbar zugeführt wird

 

R

Regionalisierung Übertragung einer Eigenschaft aus einem beobachteten Gebiet auf ein ähnlich beschaffenes, unbeobachtetes Gebiet, in welchem diese Information fehlt

 

S

Störung (Verwerfung) Fläche oder Zone, an der ein Versatz von Gestein parallel zur Fläche/Zone erfolgt ist

 

U

Ungesättigte Zone Der Teil der Lithosphäre, in dem die Poren teils mit Luft und teils mit Wasser gefüllt sind

 

V

Variszikum Geologisch bedeutende paläozoische Gebirgsbildungsphase (Entstehung von Pangaea); abgeleitet von »Curia Variscorum­­« (ursprüglicher Name der Stadt Hof in Bayern)
Vorfluter Natürliches oder künstliches Gewässer, in das abfließendes Wasser (z.B. Regenwasser) eingeleitet wird

 

W

Wasserhaushalt Zeitliche und mengenmäßige Darstellung des Wasserkreislaufes in einem definierten Gebiet, differenziert nach den einzelnen Haushaltskomponenten (Niederschlag, Verdunstung, Oberflächenabfluss, Grundwasserabfluss, Zwischenabfluss)
WEREX V Regionalisierungsverfahren zur Erzeugung regionaler Klimaprojektionen für Sachsen

 

Z

Zwischenabfluss Teil des Abflusses, der dem Vorfluter als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis (z.B. Niederschlag) aus den oberflächennahen Bodenschichten zufließt

 

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