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Geologie / Hydrogeologie

Ansprechpartner: Carsten Schulz (LfULG, Referat 105)
 

  

Das Projektgebiet erstreckt sich auf sächsischer Seite vom Südwestteil des Osterzgebirges, über die Sächsische Schweiz hin zum Zittauer Gebirge. Dabei werden die jeweiligen Landschaftsformen durch die vorherrschenden geologischen Verhältnisse geprägt. Im südwestlichen Teil des Projektgebietes tritt das variszische Grundgebirge zutage. Die Gneise des Ezgebirges bilden die Form eines Hochplateaus, welches allmählich nach Nordosten ins Elbtal absinkt. Im Übergangsbereich zwischen Erzgebirge und Lausitz liegt das Elbtalschiefergebirge. Diese bedeutende Grenze wird durch die langgestreckten Höhenrücken im Westen des Dresdner Elbtals nachgezeichnet. Nach Süden schließen sich die mesozoischen Deckgebirgseinheiten an, vor allem charakterisiert durch Sandsteine des Elbsandsteingebirges. Jene kreide­­­­zeit­lichen Ablagerungen bilden im Gegensatz zu den Grundgebirgseinheiten des Osterzgebirges ebenere Oberflächenformen mit tief einge­schnittenen, steilen Tälern und den weithin sichtbaren Tafelbergen, wie dem Lilienstein. Diese Landschaft stellt vor allem auf sächsischem Gebiet ein Tafelland dar, das sich aus stufenartig aufeinanderfolgenden, flach nach Norden geneigten Hochflächen aufbaut. Die höchste Erhebung dieses Gebietes bildet der Große Zschirnstein (560 Meter ü. NN) an der Grenze zur Tschechischen Republik.

Das Landschaftsbild südöstlich von Sebnitz ist geprägt von Hügeln und Kuppen. Ein Blick vom Weifbergturm bei Hinterhermsdorf nach Südwesten in Richtung Großer Winterberg verdeutlicht den Wechsel der im Untergrund anstehenden Granodiorite der Lausitz hin zu den Ablagerungen der Oberkreide. Das begrenzende Ele­ment bildet dabei die Lausitzer Überschiebung als Bestandteil der Elbzone. Sie ist das zentral-verbindende Element im Projekt­gebiet und verläuft nach Südosten durch den Schluckenauer Zipfel ins Zittauer Gebirge und von da aus weiter in die Sudeten. Der Ost­teil des sächsischen Untersuchungsgebietes wird vom Granodiorit-Massiv des Lausitzer Blocks geprägt. Hinzu kommen tertiäre Vulka­nite, welche an dieser Stelle die kreidezeitlichen Ablagerungen durchschlagen und solche markanten Erhebungen wie Lausche und Hochwald formen. Von der Vulkanruine des Löbauer Berges fällt der Blick westlich auf die Ost-West verlaufenden Höhenzüge des Lausitzer Berglandes, nach Süden auf die Zeugen vulkanischer Aktivität wie dem Phonolith-Härtling des Kottmar, den Erhebungen des Zittauer Gebirges und im Südosten auf die alt­paläo­zoischen Gesteine des Jeschken bei Liberec. Auf der Lausche erreicht das Gebiet auf sächsischer Seite seine höchste Erhebung (792,6 Meter ü. NN) und ist damit auch der höchste Punkt auf deutscher Seite östlich der Elbe. An der Erdoberfläche stehen im Unter­suchungs­raum überwiegend quartäre Lockergesteine an. Dabei sind die Ablagerungen der Elbe am weitesten verbreitet.

Auszug aus der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland Kompakt 2017  © verändert nach Deutsche Stratigraphische Kommission (DSK) 2017
 
Deutsche Stratigraphische Kommission 2017: Die Stratigraphische Tabelle von Deutschland Kompakt 2017 (STDK 2017).

  

Bedingt durch die geologische Entwicklung weist die Sächsische Kreide einen Wechsel von durchlässigen Sand-, Kalksandsteinen und stauenden Schluff- und Mergelsteinen (Pläner) auf.

Genereller Aufbau

In der Hinteren Sächsischen Schweiz ergeben sich zwei mächtige Grundwasserleiter, die durch einen Grundwasserstauer mit bedeutender Mächtigkeit getrennt werden. Im Böhmischen Kreidebecken streicht der vereinigte Grundwasserleiter weitflächig aus.

Grundwasserleiter (GWL) A

  • unterer Grundwasserleiter; umfasst das Cenoman
  • Mächtigkeit bis zu 112 Meter
  • streicht linkselbisch großflächig aus und steht südlich der Landesgrenze durch Auskeilen des Grundwasserstauers im hydraulischen Kontakt mit darüber liegendem Grundwasserleiter
  • Grundwasserneubildung erfolgt für diesen Grundwasserleiter im östlichen Elbsandsteingebirge sowie zwischen Kamenice und Südhang des Großen Winterberges
  • artesisch gespannte Verhältnisse aufgrund des flächenhaft verbreiteten, überlagerten Grundwasserstauers »Labiatus-Pläner« (Dölzschen-Formation, Briesnitz-Formation) mit einer Mächtigkeit von 40 Metern
  • wird nicht zur Trinkwasserversorgung genutzt

Grundwasserleiter (GWL) B/C

  • oberer Grundwasserleiter; umfasst das Turon
  • Mächtigkeit bis zu 500 Meter
  • im Gebiet der Hinteren Sächsischen Schweiz sowie im Böhmischen Kreidebecken keine Entwicklung eines Grundwasserstauers zwischen Aquifer B und C (vereinigter GWL)
  • besitzt höchste Grundwasserneubildungsrate im sächsisch-tschechischen Kreidebecken
  • GWL steht im hydraulischen Kontakt zu den Oberflächengewässern
  • wird für die Trinkwasserversorgung genutzt

Das Zittauer Gebirge ist hydrogeologisch gesehen einerseits durch eine relativ einfache stratigraphische Situation gekennzeichnet, weist andererseits jedoch zahlreiche Störungen und Basaltgänge auf. Nach Norden begrenzt die Lausitzer Überschiebung.

Grundwasserleiter (GWL) A/B/C

  • Grundwasserstauer zwischen den Leitern A, B und C keilen im nördlichen Sektor des tschechischen Gebietes aus, wodurch ein zusammenhängender, sehr mächtiger Grundwasserleiter entsteht, welcher sich über das gesamte Zittauer Gebirge erstreckt
  • Mächtigkeit bis zu 500 Meter
  • im Bereich der Lückendorfer Hochfläche, am Jonsberg sowie am Nordhang der Lausche wird der GWL hingegen von der Lückendorfer-Formation als einziger Grundwasserstauer abgedeckt
  • höchste Grundwasserneubildungsrate analog zur Hinteren Sächsischen Schweiz / Böhmisches Kreidebecken
  • GWL steht im hydraulischen Kontakt zu den Oberflächengewässern
  • wird zur Trinkwasserversorgung genutzt

Grundwasserleiter (GWL) D

  • oberer Grundwasserleiter aus Oberturon / Unterconiac
  • nur geringe Bedeutung aufgrund der nur geringen räumlichen Verbreitung
Hydrogeologische Gliederung der Sächsischen Kreide. GWL = Grundwasserleiter, GWS = Grundwasserstauer  © verändert nach Voigt 2013
 
Voigt, Th. 2013: Grundlagen für ein geologisch-tektonisches Modell der Kreideablagerungen im Sächsisch-Böhmischen Grenzbereich im Rahmen des Ziel 3 - Projektes GRACE, Abschlussbericht.
 
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